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Vineta - eine versunkene Stadt
wartet auf ihre Erlösung
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Die Geschichte von der Stadt Vineta ist eigentlich nichts besonderes - sie kommt in dieser oder abgewandelter Form in so ziemlich jeder Sprache und Kultur vor und auch auf den deutschen Sprachraum bezogen gibt es Dutzende von regionalen Varianten:
Die reiche Stadt versank im Meer, weil seine Bewohner überheblich und "gotteslästerlich" wurden - ein Motiv, dass wir auch von "Atlantis" her kennen.


"Die Lösung eines Rätsels ist immer weniger interessant als das Rätsels selbst. Rätsel haben etwas Übernatürliches und sogar Göttliches - die Lösung aber ist immer nur Handwerk." (Jorge Luis Borges, argentinischer Schriftsteller 1899-1986)

Das Thema ist auch literarisch immer wieder aufgearbeitet worden, z.B. in Günter Grass' Roman "Die Rättin" und auch "Nils Holgerson" wird auf seiner wunderbaren Reise mit den Wildgänsen mit dieser Erzählung konfrontiert.

Natürlich wird das Motiv nicht nur von Schriftstellern aufgegriffen, sondern spielt auch bei der touristischen Vermarktung der jeweiligen Regionen eine grosse Rolle:
Ferienwohnungen, Hotels, Pensionen und Restaurants mit dem Namen "Vineta" gibt es jede Menge an der Ostseeküste. Die "Vorpommersche Landesbühne Anklam" bietet seit mehreren Jahren in Zinnowitz ein buntes Theaterspektakel auf einer Freiluftbühne - was Rügen sein Störtebeker, kann auf Usedom vielleicht Vineta sein . . .

Die drei Städte bzw. Regionen, die besonders aktiv behaupten, Standort des "wirklichen" Vineta zu sein, sind die Insel Usedom, die Stadt Barth und die Region Wollin am Grossen Haff in Polen. Der alte slawische Siedlungsort Ralswiek auf Rügen wird heute (aus uns nicht bekannten Gründen) nicht mehr als Vineta-Standort diskutiert, genauso wie Arkona und Menzlin.

Wahrscheinlich ist die Vineta-Sage kein reines Märchen: Es deutet vieles darauf hin, dass in der Gegend ein bedeutender Handelsplatz der westslawischen Wenden bestanden hat. Anders ausgedrückt: Es ist völlig unwahrscheinlich, dass an einer so begünstigten Stelle - dieser Standortfaktor gilt übrigens für Barth und Wollin gleichermassen, wie für Usedom - kein Handelsplatz gewesen sein soll.

Auch hat man bei dem sog. Vineta-Riff vor der Küste Usedoms wohl Reste von Siedlungen gefunden. Zumindest für Barth - die kleine Stadt kämpft besonders verbissen um Vineta - konnten allerdings noch keinerlei archäologische Nachweise erbracht werden; dass es bei Wollin zur Wendenzeit einen Handelsplatz gegeben hat, ist sicher und wird durch mehrere Zehntausend Fundstücke belegt - was noch lange nicht heissen muss, dass es sich dabei um "Vineta" handelt.

Der Reichtum Vinetas (oder wie auch immer dieser Handelsplatz hiess) könnte sich auf den Handel mit Bernstein gegründet haben. Sehr wahrscheinlich bestanden Handelsbeziehungen nach Haithabu.

Wir haben die gesicherten Erkentnisse der Vineta-Forschung hier auf einer gesonderten Seite zusammengestellt.

Aber ist es überhaupt von entscheidender Bedeutung, ob es diese Stadt Vineta jemals gegeben hat? Handelsstädte hat es an der pommerschen Ostseeküste zweifelsfrei gegeben, mit Sicherheit in Wollin/ Wolin, wo zehntausende von Überresten einer früheren Handelsstadt gefunden worden sind. Ob diese Stadt Vineta hiess, ob es Vineta überhaupt gegeben hat oder ob es nicht - ähnlich wie es Platons Atlantis wohl war - nur die Beschreibung einer Art Musterstadt war, das spielt eigentlich nicht wirklich eine Rolle. Für viele geht es um nichts anderes, als um den Mythos Vineta. Letztlich soll nur dieser Mythos erhalten bleiben.

Das Hauptproblem für die ernst gemeinte Forschung über die angeblich versunkene Stadt scheint zu sein, dass es viele "Vineta-Forscher" gibt, von denen der eine nur unkritisch beim anderen abschreibt. Vermutungen werden dabei zu "Tatsachen", die für den nächsten Autor schon wieder Ausgangspunkt für neue Vermutungen werden. In Wirklichkeit ist die Tatsachenlage mehr als dürftig.

Das zweite grosse Problem ist, dass man mit Vineta vielleicht Geld und wissenschaftlichen Ruhm verdienen kann. Dabei scheint die Scharlatanerie bis hin zu wirklichen Wissenschaftlern und bis hin in die Kur- und Stadtverwaltungen zu gehen.

Leider sind Fälschungen aus wissenschaftlicher Profilierungssucht oder zwecks touristischer Vermarktung einer Region nichts Neues: Nessie, das "Ungeheuer von Loch Ness" in Schottland beschert der Region schon seit ca. 80 Jahren (die Story selbst ist noch viel älter) den Zustrom von Touristen und damit Einnahmen in Millionenhöhe. Auch Fälle wie der des berühmten "Piltdown-Menschen" oder des "hundefressenden Welses von Bad Zwischenahn" zeigen, dass zu jeder Zeit durchaus ernst zu nehmende Menschen Märchen erfunden haben, um wissenschaftlichen Ruhm zu erlangen oder Touristen in ihre Stadt zu locken . . .

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Der "Piltdown-Mensch":

Erst 1953 - etwa 50 Jahre nach seiner "Entdeckung" wurde der Piltdown-Mensch als Fälschung seines "Entdeckers" erkannt. Er war ein Puzzle aus Knochenteilen und Zähnen von Mensch, OrangUtan und Schimpanse und stellte angeblich ein fehlendes Glied ("Missing Link") dar in der Entwicklungsreihe zwischen Affen und Menschen. Es wäre sozusagen "der erste Brite" gewesen und passte deshalb gut in die politisch und wissenschaftlich verfolgte Linie . . .

Der "Riesenwels" von Bad Zwischenahn:

Bronzeskulptur vom Zwischenahner Wels

Anfang der 80er Jahre wurde in Bad Zwischenahn, einem bedeutenden Kurort im niedersächsischen Ammerland, die Legende aufgebracht, dass im See ein riesiger Wels lebe, der auch schon einen schwimmenden Hund gefressen habe. Das Tier sei so zwischen 3 und 5 Meter lang. Der Wels wurde natürlich nicht gefangen - ähnlich geht es ja auch mit dem Ungeheuer von Loch Ness - aber Bad Zwischenahn war monatelang in den Zeitungen, sehr zur Freude der Tourismusmanager . . .


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